Mal nichts mit Büchern

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Alle Fotos © Dennis Eckert.

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“Morbus Konstantin” von T. Aaron Payton

Meine erste Romanübersetzung, Morbus Konstantin von T. Aaron Payton, erscheint Ende dieses Monats bei Feder&Schwert, und natürlich bin ich ein bisschen stolz darauf. Zudem hat mir der Roman schon während der Arbeit ausgesprochen gut gefallen, weshalb ich ihn hier empfehlen möchte.

"Morbus Konstantin" von T. Aaron Payton
T. Aaron Payton: Morbus Konstantin
Feder&Schwert, Mannheim 2013
400 Seiten, Taschenbuch
ISBN 978-3867621885
€ 12,99








1864. London ist eine Stadt im Umbruch. Eine seltsame Krankheit, die einige ihrer Opfer tötet und bei anderen eine Geschlechtsumwandlung auslöst, hat zu gesellschaftlichen Skandalen und Unruhen geführt. Technische Wunderwerke und Katastrophen wie mechanische Kurtisanen, die alchemistischen Feuer Whitechapels, elektrische Kutschen und in der Themse lauernde Säuremonster haben die Stadt unumkehrbar verändert. Der Adlige Pembroke ‘Pimm’ Halliday hat einen Hang zur Kriminologie und nutzt seine scharfe Beobachtungsgabe, um sowohl der Polizei als auch Privatpersonen beizustehen … zumindest, wenn er nüchtern ist. Ellie Skyler ist eine furchtlose Journalistin, getrieben von dem Drang, die Wahrheit aufzudecken, egal wo sie sich verbirgt. Als Pimm und Skye über eine finstere Intrige stolpern, die den berüchtigtsten Verbrecherboss der Stadt mit dem neuen Geliebten der Königin, dem berühmten Wissenschaftler Sir Bertram Oswald, in Verbindung bringt, bekommen sie es mit der gehobenen Gesellschaft und der Unterwelt gleichermaßen zu tun. Können sie die Stadt vor den geheimnisvollen Ränken eines der größten Monster der Geschichte retten und dabei den schockierenden Ursprung des Morbus Konstantin aufdecken?


Vor allem für Steampunk-Fans und Freunde (post)viktorianischer Literatur ist Morbus Konstantin ein Vergnügen; ich habe mich jedes Mal gefreut, wenn ich wieder eine versteckte Anspielung auf einen literarischen Klassiker gefunden habe. Auch die Charaktere sind mir schnell ans Herz gewachsen, wobei der Gender-Bending-Aspekt ihre Beziehungen zusätzlich interessant macht.

“T. Aaron Payton” ist ein Pseudonym des amerikanischen Autors Tim Pratt, der mit seiner Marla-Mason-Reihe auf Deutsch auch schon bei Blanvalet erschienen ist. Morbus Konstantin (original: The Constantine Affliction) scheint sein erster Ausflug ins Steampunk-Genre zu sein. Er überzeugt nicht nur durch sein technisches Vorstellungsvermögen, sondern auch durch eine sehr gute Kenntnis der viktorianischen Mentalität. Gerade Letzteres war für mich erfrischend zu lesen, und es hat mich wenig überrascht, dass der Autor wie ich Anglist ist.

Wegen der Frankenstein-Thematik dürfte Morbus Konstantin für Leser mit empfindlichem Magen möglicherweise etwas schwer verdaulich sein. Allen anderen kann ich das Buch jedoch nur wärmstens ans Herz legen.